
Asiatischer Staudenknöterich bedroht heimische Lebensräume
Die invasive Pflanze breitet sich schnell aus und ist nur schwer wieder zu beseitigen. Das Landratsamt Oberallgäu informiert, wie sich der Staudenknöterich erkennen und seine weitere Ausbreitung verhindern lässt.
Meterhoch, mit großen Blättern und kleinen weißlichen Blüten: Der Asiatische Staudenknöterich ist inzwischen auch im Allgäu vielerorts zu finden. Was zunächst harmlos aussieht, kann für heimische Lebensräume jedoch zum Problem werden. Die ursprünglich aus Ostasien stammende Pflanze breitet sich sehr schnell aus und bildet innerhalb kurzer Zeit dichte Bestände. Dadurch kann sie heimische Pflanzen verdrängen und die Artenvielfalt beeinträchtigen.
Besonders hartnäckig ist der Staudenknöterich aufgrund seines weit verzweigten unterirdischen Wurzelsystems, der sogenannten Rhizome. Bereits kleinste Wurzelstücke können ausreichen, damit an anderer Stelle neue Pflanzen entstehen. Auch abgetrennte Sprossteile können an ihren Knoten erneut Wurzeln bilden.
Pflanzenteile sollten deshalb keinesfalls mit Erde, Grünschnitt oder Mähgut verschleppt werden. Besondere Vorsicht ist in der Nähe von Fließgewässern geboten: Gelangen Pflanzenteile ins Wasser, können sie weitertransportiert werden und an anderer Stelle neue Bestände bilden. Auch bei Erdarbeiten oder beim Mähen besteht die Gefahr, den Staudenknöterich unbeabsichtigt weiterzuverbreiten.
Neben naturnahen Flächen kann die invasive Pflanze auch landwirtschaftlich genutzte Flächen wie Weiden besiedeln. Durch ihr kräftiges Wurzelsystem kann sie zudem Schäden an Bauwerken und befestigten Flächen verursachen.
Frühzeitig gegen kleine Bestände vorgehen
Je früher ein Bestand erkannt und eingedämmt wird, desto größer sind die Erfolgsaussichten. Hat sich der Staudenknöterich erst großflächig etabliert, ist seine Beseitigung meist aufwendig und kann mehrere Jahre dauern. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Pflanzen auf kommunalen oder landwirtschaftlichen Flächen oder in privaten Gärten wachsen.
Bei kleinen Beständen können die Pflanzen mitsamt ihren unterirdischen Pflanzenteilen ausgegraben oder über mehrere Jahre hinweg regelmäßig gemäht werden. In der Regel sind dafür mehrere Schnitte pro Jahr notwendig. Eine anschließende Bepflanzung mit konkurrenzstarken heimischen Arten kann dabei helfen, ein erneutes Aufkommen zu erschweren.
Wichtig ist außerdem, Arbeitsgeräte, Maschinen und Fahrzeuge nach Arbeiten an betroffenen Flächen sorgfältig von Erde und Pflanzenteilen zu reinigen. So lässt sich verhindern, dass Rhizom- oder Sprossstücke unbemerkt an andere Orte gelangen.
Auch bei der Entsorgung ist Vorsicht geboten. Schnitt- und Pflanzenmaterial des Staudenknöterichs sollte nicht im Garten kompostiert oder offen zwischengelagert werden. Kleine Mengen können über den Restmüll entsorgt werden. Für größere Mengen empfiehlt sich die vorherige Abstimmung mit einer geeigneten Entsorgungs- beziehungsweise Kompostierungsanlage.
Bei größeren und bereits lange bestehenden Beständen kann ein vollständiger Bodenaustausch beziehungsweise das Ausbaggern der mit Rhizomen durchsetzten Erde erforderlich sein. Da dies mit erheblichem Aufwand verbunden ist, sollte im Einzelfall geprüft werden, welche Bekämpfungsmethode geeignet und verhältnismäßig ist. Je nach Standort kommen beispielsweise auch wiederholtes Mähen, Beweidung oder andere fachlich geeignete Maßnahmen infrage.
So lässt sich Staudenknöterich erkennen
Zu den bei uns vorkommenden invasiven Staudenknöterichen zählen vor allem der Japanische und der Sachalin-Staudenknöterich sowie der aus beiden Arten entstandene Bastard-Staudenknöterich.
Die Pflanzen treiben im Frühjahr aus ihren unterirdischen Rhizomen aus und wachsen innerhalb weniger Monate zu teils mehreren Meter hohen Beständen heran. Typisch sind kräftige, hohle und unverholzte Stängel sowie große, eiförmige Blätter. Im Spätsommer bilden sich kleine weißliche bis weißgrüne Blüten, die in Rispen angeordnet sind.
Wer Staudenknöterich auf dem eigenen Grundstück entdeckt, sollte möglichst frühzeitig Maßnahmen ergreifen und insbesondere darauf achten, keine Pflanzenteile oder belastetes Bodenmaterial weiterzuverbreiten.